Technische Anlagen in Aussenanlagen
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Funktionale Leistungsbeschreibung: Technische Anlagen in Außenanlagen
Eine funktionale Leistungsbeschreibung definiert umfassend die Anforderungen an die Technischen Anlagen in Außenanlagen. Sie dient als Grundlage für Ausschreibung, Planung, Koordination, Ausführung, Prüfung, Dokumentation und Abnahme.
Ziel ist, dass alle technischen Systeme im Außenbereich sicher, wirtschaftlich, nachhaltig und gemäß den anerkannten Regeln der Technik (sowie sämtlichen relevanten Normen und Vorschriften) errichtet und in Betrieb genommen werden.
Der Auftragnehmer (AN) hat sicherzustellen, dass alle genannten Punkte in der Ausführungsphase berücksichtigt und korrekt umgesetzt werden. Nach Fertigstellung und positiver Durchführung aller vorgeschriebenen Prüfungen erfolgt die gemeinsame Abnahme mit dem Auftraggeber (AG) unter Vorlage einer vollständigen Dokumentation. Erst nach erfolgreicher Mängelbeseitigung und Freigabe durch den AG gilt das Gewerk als abgenommen.
Grundlagen im Facility Management
- Grundlagen
- Vorschriften
- Koordinationsmanagement
- Planungsanforderungen
- Abnahme
- Außenanlagen
- Nachrichtentechnische
- Überspannungsschutz
- Entwässerungstechnische
- Löschwasserrückhaltung
- Arbeitssicherheit
- Energieeffizienz
- Instandhaltung
- Qualitätsmanagement
- Baustellenlogistik
- Digitale Planung
- Gewährleistungsregelungen
- Kommunikation
- Einbauten
Geltungsbereich - Betroffen sind sämtliche Gewerke der Technischen Ausrüstung im Außenbereich, insbesondere:
Starkstromanlagen (u. a. Kabeltrassen, Trafostationen, Außenbeleuchtung)
Nachrichtentechnische Anlagen (z. B. Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Datennetze)
Entwässerungstechnische Anlagen (Regen- und Oberflächenentwässerung, Retention, Versickerung)
Möblierung und sonstige Einbauten (z. B. Abfallbehälter, Fahnenmasten, Schranken)
Zielsetzung
Herstellung und Sicherstellung einer dauerhaft funktionstüchtigen, energieeffizienten und wartungsfreundlichen Infrastruktur.
Erfüllung aller behördlichen, gesetzlichen und normativen Auflagen.
Grundsätzliche Anforderungen
Verwendete Materialien, Bauteile und Systeme müssen für den Einsatz im Außenbereich geeignet sein (wetter- und korrosionsbeständig).
Alle Arbeiten erfolgen nach den anerkannten Regeln der Technik, insbesondere DIN, EN, VDE sowie den Herstellerangaben.
Umfassende Abstimmung mit dem Auftraggeber (AG) und den beteiligten Fachgewerken.
Rechtliche Grundlagen
VOB/B, Landesbauordnungen, Arbeitsschutzgesetze, Arbeitsstättenverordnung, DIN EN 1610 (Entwässerung), DWA-A 138, DGUV.
Allgemeine Verwaltungsvorschriften, ggf. wasserrechtliche Bescheide, Umweltauflagen, Naturschutzrichtlinien.
Fachspezifische Normen
Elektrotechnik: DIN VDE 0100, VDE AR-N 4100, ggf. TAB des Netzbetreibers, VDE AR-N 4210.
Nachrichtentechnik: VDE 0800, DIN EN 50173 (Strukturierte Verkabelung), IT-Sicherheitsvorgaben.
Entwässerung: DIN EN 752, DIN 1986, DWA-Regelwerke.
Brückenklasse / Belastungsklassen: DIN 1072, DIN EN 124 (Schachtabdeckungen).
Blitzschutz/Überspannung: DIN EN 62305 (VDE 0185), DIN VDE 0100-534.
Brandschutz: Musterindustriebaurichtlinie, ggf. SPrüfV, behördliche Auflagen zur Löschwasserrückhaltung.
DIBt-Zulassungen bei Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen (LAU-Anlagen, Tankstellen usw.).
Abstimmung mit anderen Fachgewerken
Tief-, Straßen- und Landschaftsbau, Hochbau, Gebäudetechnik.
Klärung von Grenz- und Übergabepunkten (z. B. Gebäudeanschlüsse, Rohrdurchführungen).
Planunterlagen
Erstellung in gängigen CAD-Systemen (AutoCAD, Revit, DDS CAD, o. Ä.).
Elektrotechnikpläne (Schalt-, Stromlauf- und Übersichtspläne) möglichst in EPLAN oder herstellerspezifischen CAE-Tools.
Planungen müssen den tatsächlichen Ausführungszustand widerspiegeln („As-Built“).
Bestands- und Projektdokumentation
Digitale Form in fortschreibbaren Formaten (DWG, DXF, PDF, Word, Excel, EPLAN).
Papierexemplar für prüf- und rechtsverbindliche Unterlagen (Original, unterschrieben).
Inhalt: Übersichts- und Detailpläne
Kabel- und Stromkreislisten, Schemata, Herstellerdatenblätter
Bedienungs- und Wartungsanleitungen
Prüf-, Mess- und Abnahmeprotokolle
Allgemeine Ausführungsgrundsätze
Verwendung zugelassener und geprüfter Produkte (z. B. VDE-Kennzeichnung, CE-Zeichen).
Dichtheits- und Gasdichtheit bei Durchführungen oder Schächten, brandschutzgerechte Versiegelungen bei Brandabschnitten.
Schutz vor Beschädigung durch Baustellenverkehr und Umwelteinflüsse (Provisorien, Schutzhauben).
Prüfungen und Nachweise
Alle sicherheitsrelevanten Anlagen sind gemäß den einschlägigen Vorschriften (SPrüfV, DIN VDE, DWA) zu prüfen.
Dichtheitsprüfung (z. B. nach DIN EN 1610 für Entwässerungsleitungen).
VDE-Messungen (Schutzleiterwiderstand, Isolationsmessung, Schleifenimpedanz, RCD-Test).
Blitzschutzmessungen und Überspannungsprüfung, falls gefordert.
Leerrohrsystem und Kabeltrassen
Trassierung nach topografischen und technischen Erfordernissen, ggf. in Sandbett mit Warnband.
Mindestüberdeckung gemäß DIN VDE 0100-520, Verwendung druckfester Rohre (PVC/PE/PP) bei Verkehrsflächen.
Schachtbauwerke in definierten Abständen (z. B. max. 50 m bei gerader Führung).
Kabelzugschächte
Aus Stahlbetonfertigteilen, druckwasserdicht und auftriebssicher, Belastungsklasse entsprechend Verkehrsbelastung (z. B. D 400, E 600).
Ausstattung: Einstiegsleiter, Haltegriffe, ggf. Feuerschutz- und Potentialausgleichsschiene.
Abdichtungen gegen Grundwasser (Dichtungselemente, fachgerechte Rohrdurchführungen).
Außenbeleuchtung
Einhaltung von Beleuchtungsstärken nach DIN EN 13201 bzw. ASR A3.4 (z. B. 5 lux bis 50 lux je nach Nutzungsbereich).
Energieeffiziente Lichtsysteme (LED-Technologie) mit geeigneter Lichtfarbe und Blendbegrenzung.
Optional: Integration von Steuerungen (Dämmerungsschalter, Zeitschaltuhr, Bewegungsmelder).
Videoüberwachung
Kameras in Schutzart IP 66/67, vandalismusgeschützte Ausführung (IK-Rating).
Zentrale oder dezentrale Aufzeichnung (Server/NVR); Datenschutzrechtliche Anforderungen (Speicherfristen, Kennzeichnung).
Objektive Definition von Kamerastandorten (Überdeckung kritischer Bereiche).
Oberflächenentwässerung
Rinnen, Abläufe, Mulden-Rigolen, Tragschichtspeicher zur Abführung von Regen- und Schmelzwasser.
Materialwahl (faserbewehrter Beton, Gussrahmen) in den Belastungsklassen B 125, D 400, E 600 abhängig von der Verkehrsbelastung.
DIBt-zugelassene Systeme in Bereichen mit wassergefährdenden Stoffen.
Schachtbauwerke und Leitungen
Schächte aus Beton (DIN V 4034) oder PP/PE-Kunststoff, mit elastomeren Dichtungen und ggf. Steigleitern.
Rohre mit entsprechender Ringsteifigkeit > SN 10 (SLW 60-tauglich).
Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 und Protokollierung.
Energieeffiziente Beleuchtung
LED-Beleuchtung mit hohem Lichtstromerhalt, ggf. Dimmung in verkehrsarmen Zeiten.
Minimierung von Lichtverschmutzung (gezielte Ausleuchtung, Abschirmungen).
Wartungsintervalle und -pläne
Regelmäßige Inspektion der Entwässerungsrinnen, Schächte, Pumpen und elektrischen Anlagen.
Reinigungs- und Prüfvorschriften (z. B. Filterwechsel bei Abscheidern, Funktionskontrollen an Schranken).
Einmessung
Genaue GPS-Einmessung aller Leitungen, Schächte, Masten und Fundamente.
Fortlaufende Aktualisierung in den Bestandsplänen.
Baustellenorganisation
Festlegung von Lagerflächen, Zufahrtswegen, Sicherheitszonen.
Schutz bereits fertiger Bereiche durch Absperrungen oder temporäre Beläge.
BIM-Integration
Zusammenführung aller Gewerke in einem digitalen Bauwerksmodell (3D-Modellierung, IFC-Schnittstellen).
Kollisionsprüfung (z. B. Trassenkreuzungen von Elektro und Entwässerung).
Teilabnahmen
Bei größeren Projekten ggf. sinnvoll, in Abschnitten (z. B. Kabeltrassen, Beleuchtung, Entwässerung) abzunehmen.
Schrittweise Inbetriebnahme bei komplexen Anlagen.
Projektleitung und Bauleitung
Ernennung eines hauptverantwortlichen Projektleiters (AN) und einer örtlichen Bauleitung.
Regelmäßige Fortschrittsbesprechungen mit dem AG, Protokollierung und Verteilung an alle Beteiligten.
Abfallbehälter, Sitzbänke, Fahrradständer
Robuste Materialien (z. B. feuerverzinkter oder pulverbeschichteter Stahl, Edelstahl, Hartholz).
Sicherheitsrelevante Montage (Diebstahlsicherung, Einbetonieren).
Einheitliches Design entsprechend AG-Vorgaben (Corporate Design).
