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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Dichtheitsprüfungen belastbar planen und auswerten

Facility Management: Aussenanlagen » Grundstücksentwässerung » Dichtheitsprüfung

Untersuchungsziele eindeutig unterscheiden

Eine optische Inspektion beschreibt sichtbare Zustände; eine Dichtheitsprüfung untersucht eine andere Eigenschaft. Ob eine optische Untersuchung unter bestimmten Bedingungen als Dichtheitsnachweis anerkannt wird, ist anhand der einschlägigen Regeln und örtlichen Vorgaben zu klären. DIN 1986-30 ist für bestehende Grundstücksentwässerungsanlagen ein wesentlicher Bezug. Für neue oder entsprechend zu prüfende Leitungen können andere Anforderungen, insbesondere aus der DIN EN 1610, maßgebend sein. Das FM definiert deshalb vor der Beauftragung den geforderten Nachweis. Ein Kameravideo wird nicht allein durch seine Ablage im Anlagenbuch zum vollständigen Dichtheitsnachweis.

Dichtheitsprüfungen sicher planen und auswerten

Fristen aus der tatsächlichen Anforderung ableiten

Es gibt keine für jedes Grundstück identische bundesweite Prüffrist, die ohne weitere Prüfung übernommen werden sollte. Nutzung, Abwasserart, Schutzgebiet, Landesrecht und örtliche Bestimmungen können die Anforderungen beeinflussen. Die Hamburger Hinweise zu Dichtheitsnachweisen zeigen beispielhaft die Differenzierung von Anlagen und Nachweisen. Im Fristenregister werden Rechts- oder Regelgrundlage, betroffener Umfang, letzte anerkannte Prüfung und nächster Auslöser dokumentiert. Unklare oder fehlende Nachweise werden als offener Handlungsbedarf behandelt. Eine Übernahme vom Vorbetreiber wird auf Anlagenbezug, Vollständigkeit und fortbestehende Aussagekraft geprüft, statt lediglich ihr Ausstellungsdatum zu übertragen.

Prüfschritt

Qualitätsfrage

Erforderliches Ergebnis

Anforderung

Was ist rechtlich und fachlich nachzuweisen?

Begründeter Prüfauftrag

Umfang

Welche Bauteile sind tatsächlich erfasst?

Eindeutige Prüfgrenzen im Lageplan

Durchführung

Passt das Verfahren zur Fragestellung?

Dokumentierte Randbedingungen

Bewertung

Welche Aussage trägt der Bericht?

Nachvollziehbarer Befund und Handlungsbedarf

Abschluss

Ist die Abhilfe belegt?

Anlagenbezogener Erfolgsnachweis

Prüfumfang und Vorbereitung vollständig festlegen

Die Beauftragung benennt Leitungen, Schächte und weitere einzubeziehende Bauteile anhand des Katasters. Anfangs- und Endpunkte, bekannte Materialien, Anschlussverhältnisse und Zugänge werden bereitgestellt. Das Fachunternehmen legt ein geeignetes Vorgehen fest und klärt notwendige Reinigung, Absperrung und betriebliche Einschränkungen. Druckprüfungen und Arbeiten mit Absperrgeräten benötigen spezifische Schutzmaßnahmen. Untersuchte und nicht erreichbare Bereiche werden im Ergebnis getrennt ausgewiesen. Eine pauschale Bescheinigung über das gesamte Grundstück ist nicht ausreichend, wenn wesentliche Leitungsabschnitte unbekannt oder tatsächlich nicht geprüft worden sind.

Ergebnisse auf Aussagekraft prüfen

Der Bericht wird gegen den Auftrag geprüft: Stimmen Kennungen, Längen, Prüfverfahren, Randbedingungen und Lageplan überein? Auffälligkeiten werden nachvollziehbar lokalisiert; Einschränkungen der Untersuchung bleiben sichtbar. Nicht bestandene Prüfungen führen zu einer fachlichen Bewertung mit geeigneten Folgemaßnahmen. Dabei werden Dichtheit, baulicher Zustand und Betriebsrisiko zusammen betrachtet, ohne sie begrifflich gleichzusetzen. Die Betreiberorganisation benötigt eine entscheidungsfähige Aussage und keine unkommentierte Datensammlung. Bei unklaren Ergebnissen wird nachgefordert oder gezielt nachuntersucht. Die fachliche Plausibilisierung erfolgt durch entsprechend qualifizierte Stellen, nicht durch eine rein kaufmännische Vollständigkeitskontrolle.

Den Nachweis bis zur Mängelbeseitigung schließen

Festgestellte Mängel werden in Maßnahmen mit Zuständigkeit, Priorität und Termin übersetzt. Nach Sanierung wird der erforderliche Erfolg gesondert nachgewiesen. Dabei bleibt erkennbar, welcher Abschnitt verändert wurde und auf welchen Zustand sich die neue Prüfung bezieht. Berichte und Bilddaten werden mit stabilen Kennungen, geeignetem Dateiformat und ausreichender Zugänglichkeit gespeichert. Die erforderliche Vorlage an zuständige Stellen wird ausdrücklich zugeordnet. So wird eine Dichtheitsprüfung nicht zum isolierten Pflichttermin, sondern zu einem kontrollierten Prozess von der Anforderung über die Untersuchung bis zum nachgewiesenen Zustand der tatsächlich betriebenen Entwässerungsanlage.