Bepflanzungsflächen
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Bepflanzungsflächen
Im Facility Management umfasst der Begriff Bepflanzungsflächen alle begrünten Bereiche eines Immobilienstandorts wie Innenhöfe, Zufahrten und Grünstreifen, in denen Bäume, Sträucher und andere landschaftliche Elemente angelegt sind. Diese Bepflanzungen besitzen neben ihrem ökologischen und ästhetischen Wert potenziell auch Risiken, da unter anderem Äste abbrechen oder Wurzeln instabil werden können. Nach deutschem Recht sind Grundstückseigentümer und Betreiber aufgrund ihrer Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB) verpflichtet, durch regelmäßige Kontrollen sicherzustellen, dass von Bäumen keine Gefahr für Personen oder Sachwerte ausgeht. Grundlage hierfür sind unter anderem die aktuellen Baumkontrollrichtlinien 2020, welche formalisierte Vorgehensweisen für die Inspektion, Dokumentation und Pflege von Bäumen festlegen.
Gestaltung und Funktion von Bepflanzungsflächen
Aufzeichnungen von Ortsterminen beschädigter Bäume
| Feld | Details |
|---|---|
| Dokumententitel/-typ | Protokoll der Ortstermine zu beschädigten Bäumen |
| Zweck und Anwendungsbereich | Dokumentiert die Inspektion, Diagnose und empfohlenen Maßnahmen für beschädigte oder potenziell gefährdende Bäume (z. B. aufgrund abgebrochener Äste, Fäulnis oder Wurzelinstabilität). Dient als rechtlicher Nachweis dafür, dass Kontrollen gemäß der Verkehrssicherungspflicht durchgeführt wurden. |
| Relevante Vorschriften/Normen | Baumkontrollrichtlinien 2020; § 823 BGB (Verkehrssicherungspflicht); DIN 18920 (Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau – Pflege von Bäumen) |
| Schlüsselelemente | • Eindeutige Nummer und Standort des Baumes |
| Verantwortlicher | Zertifizierter Baumkontrolleur (z. B. FLL-geprüft) |
| Praktische Hinweise | Das Protokoll wird im Baumkataster abgelegt und nach Ausführung der Maßnahmen aktualisiert. Es dient als Beweis bei Audits, Versicherungsfällen oder gerichtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit herabfallenden Ästen oder baumbezogenen Schäden. |
Erläuterung
Beschädigte Bäume stellen eine direkte Gefahr für Gebäude, Wege und Menschen dar – von herunterfallenden Ästen bis zu umstürzenden Bäumen. Die protokollierten Ortstermine dokumentieren, dass erkennbare Schäden systematisch aufgenommen und bewertet wurden. Laut den Baumkontrollrichtlinien 2020 ist hierzu eine fachgerechte Baumkontrolle durch ausgebildetes Personal erforderlich. Ein ausführliches Inspektionsprotokoll zeigt gegenüber Behörden, Versicherungen oder Gerichten, dass der Betreiber seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.
Im praktischen Ablauf sorgt der Facility Manager dafür, dass nach Feststellen von Schäden (z. B. im Rahmen einer routinemäßigen Sichtkontrolle oder nach einem Sturm) sofort ein Ortstermin stattfindet. Darin werden die Schäden genau beschrieben und Maßnahmen festgelegt (etwa ein Rückschnitt oder eine Stützung der Baumkrone). Wichtig sind neben Datum und Uhrzeit auch die Witterungsbedingungen, da Sichtbarkeit und Risikopotenzial variieren können. Die Unterschrift und die Qualifikation des Baumkontrolleurs belegen, dass eine qualifizierte Begutachtung erfolgt ist.
Diese Aufzeichnungen dienen nicht nur der internen Nachverfolgung, sondern auch als rechtssicherer Nachweis: Im Schadensfall kann man so nachweisen, dass bekannte Risiken erkannt wurden und geeignete Maßnahmen geplant oder durchgeführt wurden. Ein vollständig geführtes Protokoll entlastet den Betreiber im Haftungsfall und unterstützt die präventive Risikominimierung.
Baumkataster (Baumregister)
| Feld | Details |
|---|---|
| Dokumententitel/-typ | Baumkataster (Baumregister) |
| Zweck und Anwendungsbereich | Dient als umfassende Datenbank (digital oder analog) zur Erfassung aller Bäume auf dem Gelände. Dokumentiert Identifikation, Zustand und Pflegemaßnahmen jedes Baums, um Rückverfolgbarkeit und Einhaltung geplanter Kontrollintervalle sicherzustellen. |
| Relevante Vorschriften/Normen | Baumkontrollrichtlinien 2020; DIN 18920 (Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau – Pflege von Bäumen); FLL-Richtlinien für Baumkontrolle und Baumpflege |
| Schlüsselelemente | • Einmalige Baumnummer und genauer Standort (GPS-Koordinaten oder Lageplanreferenz) |
| Verantwortlicher | Baumkontrolleur (für Erstaufnahme und Updates); Facility Manager (für Systempflege und Archivierung) |
| Praktische Hinweise | Zentrales Dokument für das Baumbestandsmanagement. Wird nach jeder Kontrolle, Wartung oder nach einem Schadensfall aktualisiert. Dient dem Facility Manager zur Planung von Instandhaltungsbudgets und als Nachweis der Rechtssicherheit. Digitale, GIS-basierte Systeme sind zur Langzeitpflege empfehlenswert. |
Erläuterung
Das Baumkataster bildet das Fundament für ein strukturiertes Baummanagement. Jeder Baum wird hier einmalig erfasst und fortlaufend dokumentiert, sodass sein Lebenszyklus, vorherige Inspektionen und Maßnahmen transparent werden. Laut den Baumkontrollrichtlinien 2020 muss jeder kontrollpflichtige Baum eindeutig verzeichnet sein. So kann lückenlos nachgewiesen werden, welche Kontrollintervalle eingehalten und welche Maßnahmen umgesetzt wurden.
Im betrieblichen Alltag pflegt der Facility Manager das Kataster nach jeder Inspektion oder Baumpflegemaßnahme: Neue Daten wie Durchmesser, Baumhöhe oder Zustand fließen ein, ebenso wie Termine künftiger Kontrollen. Moderne Facility Manager nutzen häufig GIS-basierte Software, um Bäume auf digitalen Plänen mit GPS-Koordinaten abzubilden – das erleichtert die Pflege im großen Maßstab.
Ein aktuelles Baumkataster ermöglicht es, präventiv zu handeln: Es zeigt beispielsweise Bäume mit hohem Altersgrad oder häufiger Erkrankung an, sodass frühzeitig Pflegemaßnahmen geplant werden können. Im Schadensfall dient es als Beleg, dass systematisch und ordnungsgemäß überwacht wurde. Insgesamt unterstützt das Baumregister den Facility Manager dabei, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, langfristig Kosten zu steuern und die Grünanlage verantwortungsvoll zu verwalten.
Nachweis durchgeführter Baumbestandsuntersuchungen
| Feld | Details |
|---|---|
| Dokumententitel/-typ | Nachweis durchgeführter Baumbestandsuntersuchungen |
| Zweck und Anwendungsbereich | Stellt eine fachliche Gesamtbewertung des Baumbestands dar, mit Fokus auf Gesundheit, Standort- und Wuchsbedingungen sowie Standfestigkeit der Bäume. Dient als Grundlage für die Planung notwendiger Pflege-, Ersatz- und Sicherheitsmaßnahmen. |
| Relevante Vorschriften/Normen | Baumuntersuchung 2013; FLL-Richtlinien zur Baumuntersuchung und -beurteilung; DIN 18920 |
| Schlüsselelemente | • Beschreibung des Untersuchungsumfangs (Fläche, Anzahl der Bäume) |
| Verantwortlicher | Externes Fachunternehmen (z. B. Baumpflege-Spezialist oder Baumgutachter) |
| Praktische Hinweise | Wird in festgelegten Abständen (z. B. jährlich oder alle zwei Jahre) gemäß interner Richtlinien durchgeführt. Dient zur Aktualisierung des Baumkatasters und zur Instandhaltungsplanung. Muss in der Umweltdokumentation bzw. im grünen Anlagenmanagement des Gebäudes archiviert werden. |
Erläuterung
Baumbestandsuntersuchungen sind umfassender als einfache Sichtkontrollen: Sie werden in der Regel von externen Fachleuten (z. B. Baumbiologen oder Baumstatikern) durchgeführt und nutzen zusätzlich spezielle Diagnoseverfahren. Dabei können Bohrwiderstandsmessungen, Wurzelsondierungen oder gar Röntgenverfahren zum Einsatz kommen, um innere Schäden, Hohlräume oder Krankheitsherde zu erkennen. Auch Bodenproben geben Auskunft über Nährstoffversorgung und Wurzelraumverhältnisse.
Die Untersuchungsergebnisse werden ausführlich dokumentiert. Jeder Baum erhält eine Zustands- und Risikoeinstufung, und es werden konkrete Handlungsempfehlungen gegeben – etwa welche Bäume intensiv gepflegt, beschnitten oder nachgepflanzt werden müssen. Fotografien und Messergebnisse belegen die Befunde und machen die Ergebnisse nachvollziehbar.
Der Facility Manager nutzt diese Berichte, um strategisch zu planen: Gefährdete Bäume können zeitnah behandelt oder nachgepflanzt werden, bevor sie zu einer Gefahr werden. Außerdem fließen die Daten in das Baumkataster ein, sodass Pflegehistorie und -bedarf zentral erfasst sind. Zudem helfen die Befunde, umweltrechtliche Auflagen (z. B. Artenschutz) zu berücksichtigen und langfristige Budgets zu kalkulieren. Insgesamt stellen Baumbestandsuntersuchungen sicher, dass die Grünanlagen fachlich fundiert betreut werden und alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten sind.
Nachweis regelmäßiger und außerordentlicher Baumkontrollen
| Feld | Details |
|---|---|
| Dokumententitel/-typ | Nachweis regelmäßiger und außerordentlicher Baumkontrollen |
| Zweck und Anwendungsbereich | Bestätigt, dass planmäßige (vorgesehene Intervalle) und anlassbezogene (z. B. nach Unwettern) Baumkontrollen gemäß den Vorschriften durchgeführt wurden. Dokumentiert die dabei umgesetzten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. |
| Relevante Vorschriften/Normen | Baumkontrollrichtlinien 2020; § 823 BGB (Verkehrssicherungspflicht); FLL-Richtlinien für Baumpflege |
| Schlüsselelemente | • Datum, Umfang und Anlass der Kontrolle (Routine oder Sonderkontrolle) |
| Verantwortlicher | Zertifizierter Baumkontrolleur oder beauftragtes Fachunternehmen |
| Praktische Hinweise | Mindestens einmal jährlich und zusätzlich nach extremen Witterungsereignissen (Sturm, Starkregen, Schnee) erforderlich. Der Bericht wird im Baumkataster abgelegt und mit durchgeführten Pflegemaßnahmen verknüpft. Enthält entscheidende Beweisdaten für Haftungsfragen. |
Erläuterung
Der Nachweis regelmäßiger Kontrollen dokumentiert, dass der Betreiber seiner Verkehrssicherungspflicht kontinuierlich nachkommt. Die Baumkontrollrichtlinien 2020 empfehlen Inspektionsintervalle, die sich nach Baumart, Alter und Standort richten. Typischerweise erfolgt mindestens eine Sichtkontrolle pro Jahr. Darüber hinaus werden außerordentliche Kontrollen nach Schadensereignissen (etwa Stürmen oder Starkschnee) durchgeführt, um kurzfristig Gefahren zu erkennen.
Im Protokoll wird festgehalten, warum die Kontrolle durchgeführt wurde (Routine oder Anlass), welche Bäume geprüft wurden und welchen Zustand sie aufweisen. Falls notwendige Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden (etwa zusätzliche Stützmaßnahmen oder Entfernung einzelner Bäume), wird dies ebenfalls dokumentiert. Zudem werden zukünftige Maßnahmen und Verantwortlichkeiten geplant.
Für den Facility Manager bilden diese Berichte eine wichtige Grundlage zur rechtlichen Absicherung: Sie belegen nachweisbar, dass frühzeitig kontrolliert und gehandelt wurde, sobald ein Risiko auftrat. Eine lückenlose Dokumentation entlastet den Betreiber im Fall von Schadensansprüchen erheblich und ist somit ein zentrales Instrument im proaktiven Risikomanagement.
