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Qualifizierungen für den Betrieb von Außenanlagen

Facility Management: Aussenanlagen » Strategie » Qualifizierung

Außenanlagen spielen eine zentrale Rolle: von öffentlichen Park- und Grünflächen über Firmengelände und Wohnkomplexe bis hin zu Sport- und Freizeiteinrichtungen. Mit dem Betrieb dieser Anlagen sind unterschiedliche Aufgaben verbunden, darunter Pflege

Außenanlagen spielen eine zentrale Rolle: von öffentlichen Park- und Grünflächen über Firmengelände und Wohnkomplexe bis hin zu Sport- und Freizeiteinrichtungen. Mit dem Betrieb dieser Anlagen sind unterschiedliche Aufgaben verbunden, darunter Pflege

Außenanlagen spielen eine zentrale Rolle: von öffentlichen Park- und Grünflächen über Firmengelände und Wohnkomplexe bis hin zu Sport- und Freizeiteinrichtungen. Mit dem Betrieb dieser Anlagen sind unterschiedliche Aufgaben verbunden, darunter Pflege von Grünflächen, Baumpflege, Instandhaltung von Wegen, Spielplätzen oder Parkplätzen, Winterdienst sowie technische Installationen (Beleuchtung, Bewässerung, Entwässerung). Die Anforderungen an Fachkräfte, die für den Betrieb und die Pflege verantwortlich sind, sind entsprechend vielfältig. Wer Außenanlagen in Deutschland sicher und professionell betreiben möchte, findet ein breites Spektrum an Qualifizierungsmöglichkeiten – von Grundausbildungen über fachspezifische Weiterbildungen bis hin zu speziellen Sachkundenachweisen. Diese Qualifikationen gewährleisten nicht nur gesetzliche und versicherungstechnische Anforderungen, sondern steigern zugleich die Qualität und Effizienz der Arbeit.

Für Unternehmen zahlt sich die Investition durch höhere Professionalität und Rechtssicherheit aus; Mitarbeiter*innen profitieren von besseren Karriereperspektiven und mehr Sicherheit im Arbeitsalltag. Bei der Planung von Qualifizierungsmaßnahmen sind eine sorgfältige Bedarfsanalyse, die Einbindung in ein umfassendes Risikomanagement und die Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben essenziell. So wird der Betrieb von Außenanlagen in jeder Hinsicht erfolgreich gestaltet.

Überblick über relevante Qualifikationen

Gärtner*in Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau

  • Inhalte: Während der dualen Ausbildung lernen Auszubildende das Anlegen, Gestalten und Pflegen von Grünanlagen. Sie erwerben Kenntnisse in Pflanzenkunde, Bodenbearbeitung, Pflasterarbeiten, Einsatz von Maschinen und Geräten, Arbeitssicherheit sowie im Kundenkontakt.

  • Berechtigungen: Nach Abschluss der Ausbildung sind sie berechtigt, in Garten- und Landschaftsbaubetrieben oder in kommunalen Einrichtungen eigenständig Außenanlagen anzulegen und zu pflegen.

  • Dauer/Aufwand: Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre.

  • Wert: Fachkräfte mit diesem Abschluss sind bei kommunalen Bauhöfen, Landschaftsgärtnereien und großen Immobilien- und Facility-Management-Unternehmen sehr gefragt.

Fachagrarwirt*in Baumpflege und Baumsanierung

  • Inhalte: Diese Weiterbildung baut auf einer einschlägigen Berufsausbildung (z. B. Gärtnerin, Forstwirtin) auf und vertieft Fachkenntnisse in Baumpflege, Baumkontrolle sowie Krankheiten und Schädlinge.

  • Berechtigungen: Sachkundige Kontrolle, Pflege und Fällung von Bäumen in Außenanlagen, Erstellung von Gutachten.

  • Dauer/Aufwand: Die Fortbildung findet in der Regel berufsbegleitend statt und kann je nach Anbieter 12–24 Monate umfassen.

  • Wert: Unternehmen können durch ausgebildete Fachagrarwirte rechtssichere Baumkontrollen durchführen (u. a. Verkehrssicherungspflicht), hohe Qualität der Baumpflege sicherstellen und Haftungsrisiken minimieren.

Hausmeister*in (Facility Management)

  • Inhalte: Schwerpunkte liegen auf Instandhaltung von Gebäuden und Außenanlagen, Grundkenntnissen in Elektrotechnik, Sanitär, Heizungsanlagen, Grünanlagenpflege und Reinigung. Oft Teil von Hausmeister-/Facility-Management-Lehrgängen oder IHK-Fortbildungen.

  • Berechtigungen: Verantwortliche Betreuung von Immobilien und Außenbereichen.

  • Dauer/Aufwand: Je nach Kursangebot (Vollzeit oder berufsbegleitend) zwischen wenigen Wochen bis mehreren Monaten.

  • Wert: Für Unternehmen sind vielseitig qualifizierte Hausmeister*innen wertvoll, da sie ein breites Spektrum an Aufgaben übernehmen und dadurch externe Dienstleister reduzieren.

Motorsägenschein (DGUV I 214-059)

  • Inhalte: Bedienung, Wartung und sichere Handhabung von Motorsägen, z. B. für Baumpflege oder Zuschnitt von Holz in Außenanlagen.

  • Berechtigungen: Erlaubt das rechtssichere Arbeiten mit der Motorsäge (auch im kommunalen Bereich zwingend vorgeschrieben).

  • Dauer/Aufwand: Abhängig vom Modul (Grundkurs und ggf. Aufbaukurs für Arbeiten in der Baumkrone). Meist 2–5 Tage.

  • Wert: Reduziert Arbeitsunfälle, erhöht die Kompetenz und Professionalität von Mitarbeitern und erfüllt BG-Vorgaben.

Bedienerberechtigung für Hubarbeitsbühnen (IPAF/PAL-Card oder DGUV Grundsatz 308-008)

  • Inhalte: Sichere Bedienung, Aufstellung und Steuerung von Hubarbeitsbühnen, Arbeitssicherheit, Rettungsabläufe.

  • Berechtigungen: Betreiber von Hubarbeitsbühnen im gewerblichen Bereich müssen geschultes Personal einsetzen.

  • Dauer/Aufwand: 1–2 Tage Schulung einschließlich Theorie und Praxisprüfung.

  • Wert: Für Baumpflege in der Höhe, Wartung von Beleuchtungsanlagen oder Fassadenreinigung unerlässlich. Ein Muss, um Unfälle und Haftungsrisiken zu vermeiden.

Führerschein Klasse C oder T (für LKW und land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen)

  • Inhalte: Fahr- und Theoriestunden, Umgang mit größeren Fahrzeugen/Maschinen.

  • Berechtigungen: Führen von LKWs oder Traktoren mit Anhängern im Arbeitsumfeld, z. B. für Transport von Grünabfällen, Baumschutt oder größeren Maschinen.

  • Dauer/Aufwand: Mehrere Wochen bis Monate, je nach Fahrschule und Fahrpraxis.

  • Wert: Befähigt Mitarbeitende, eigenständig die notwendigen Transporte zu organisieren. Unternehmen sparen hier oftmals Kosten durch den Wegfall externer Transporteure.

Sachkundenachweis Pflanzenschutz (nach Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung)

  • Inhalte: Rechtsgrundlagen, Gefahrenabwehr, sachgerechter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM), Lagerung und Entsorgung, Anwenderschutz, Umweltschutz.

  • Berechtigungen: Erlaubt gewerblichen und professionellen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Alle drei Jahre Fortbildungsnachweise erforderlich.

  • Dauer/Aufwand: Nach einer Ausbildung/Studium im „grünen Bereich“ oder separater Fortbildung (1–3 Tage) muss alle drei Jahre eine Fortbildung absolviert werden.

  • Wert: Rechtssicherheit im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, gezielter Einsatz, Minimierung von Umweltrisiken.

Sachkundenachweis Spielplatzprüfung (DIN EN 1176/1177)

  • Inhalte: Richtlinien zur Sicherheit von Spielplatzgeräten, Prüfung und Dokumentation.

  • Berechtigungen: Sachkundige können regelmäßige Inspektionen durchführen, Mängel erkennen und Wartungsmaßnahmen anordnen.

  • Dauer/Aufwand: Je nach Anbieter zwischen 2 und 5 Tagen.

  • Wert: Erhöhte Sicherheit auf Spielplätzen, geringeres Haftungsrisiko für Betreiber.

Berechtigungen und rechtlicher RahmenArbeitsschutz und Unfallverhütung: Vorschriften der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), z. B. DGUV Vorschrift 1, DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten) oder branchenabhängige spezielle Regelwerke.

  • Arbeitsschutz und Unfallverhütung: Vorschriften der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung), z. B. DGUV Vorschrift 1, DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten) oder branchenabhängige spezielle Regelwerke.

  • Verkehrssicherungspflicht: Bei Außenanlagen trägt der Betreiber die Verantwortung für die Sicherheit der Nutzer (z. B. Baumkontrolle, Gehwegsicherung, Winterdienst). Qualifizierte Mitarbeiter ermöglichen die rechtssichere Erfüllung dieser Pflichten.

  • Kommunale Vorgaben: Städte und Gemeinden haben oft eigene Satzungen (z. B. zu Gehölzschutz, Ruhezeiten, Entsorgung von Grünschnitt), die zu beachten sind.

Zeitlicher Aufwand

  • Berufliche Erstausbildungen dauern meist 2–3 Jahre (dual oder schulisch).

  • Fort- und Weiterbildungen können von mehrtägigen Kursen (z. B. Motorsägenschein, Hubarbeitsbühnen-Bediener) bis zu mehrmonatigen Lehrgängen (z. B. Meisterin im Garten- und Landschaftsbau, Fachagrarwirtin) reichen.

  • Auffrischungskurse (z. B. Pflanzenschutz) sind in Intervallen vorgeschrieben.

Finanzieller Aufwand

  • Kosten für Schulungen variieren je nach Anbieter und Umfang (von wenigen hundert Euro für Kurzseminare bis zu mehreren tausend Euro für umfangreiche Meisterlehrgänge).

  • Eventuelle Prüfungsgebühren, Lehrmaterialien, Fahrt- und Übernachtungskosten kommen hinzu.

  • Fördermöglichkeiten: Z. B. Bildungsprämie, Meister-BAföG (Aufstiegs-BAföG), Zuschüsse von Arbeitsagenturen, Landesförderprogramme.

Organisatorischer Aufwand

  • Planung und Freistellung von Mitarbeitenden.

  • Integration von Weiterbildungszeiten in den Betriebsablauf.

  • Dokumentation der Qualifikationen und regelmäßige Aktualisierung (z. B. Nachweisheft, Fortbildungszertifikate).

Mehrwert für das Unternehmen

  • Rechtssicherheit: Zertifizierte Mitarbeitende können wichtige Tätigkeiten wie Baumkontrollen, Motorsägearbeiten oder Pflanzenschutzanwendungen gesetzeskonform durchführen. Dies reduziert Haftungsrisiken.

  • Qualitätssteigerung: Aus- und weitergebildetes Personal arbeitet professioneller, was die Außenanlage attraktiver, sicherer und langlebiger macht.

  • Wettbewerbsvorteil: Unternehmen mit hochqualifiziertem Personal können anspruchsvollere Aufträge annehmen und sich am Markt besser positionieren.

  • Effizienzgewinn: Eigene Mitarbeiter*innen übernehmen mehr Aufgaben, externe Dienstleistungen werden seltener benötigt. Dadurch sinken langfristig die Betriebskosten.

Mehrwert für Mitarbeitende

  • Sicherheit: Wer richtig geschult ist, arbeitet mit weniger Unfallrisiken und kennt die einschlägigen Vorschriften.

  • Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten: Fach- und Führungspersonal mit höherwertigen Abschlüssen (Meister, Fachagrarwirt) oder speziellen Zertifikaten (Sachkunde Spielplatzprüfung, Pflanzenschutz) ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.

  • Persönliche Zufriedenheit: Neue Kompetenzen und Verantwortungsbereiche erhöhen die Motivation und fördern eine stärkere Identifikation mit dem Unternehmen.

  • Verbesserte Verdienstmöglichkeiten: Höhere Qualifikationen gehen in der Regel mit besseren Gehalts- und Aufstiegschancen einher.

Bedarfsanalyse

  • Jedes Unternehmen sollte ermitteln, welche spezifischen Arbeiten regelmäßig anfallen: Baumpflege, Pflege von Sport- und Spielanlagen, Winterdienst, technischer Support, etc.

  • Darauf basierend kann entschieden werden, welche Aus- und Weiterbildungen wirklich sinnvoll sind.

Rechtliche Vorgaben

  • Vorab prüfen, welche Qualifikationen gesetzlich vorgeschrieben sind (z. B. Sachkundenachweise, Maschinenscheine) und ob Zusatzgenehmigungen erforderlich sind.

  • Dabei immer die aktuellen Rechtsgrundlagen (DGUV, Pflanzenschutzverordnung, Landesbauordnung) im Blick behalten.

Risikomanagement

  • Außenanlagen bergen vielfältige Gefahrenquellen: Absturzgefahren, Schnittverletzungen, chemische Gefahrenstoffe (Pflanzenschutz). Qualifizierungen senken Unfall- und Haftungsrisiken.

  • Regelmäßige Unterweisungen gemäß Arbeitsschutzgesetz bleiben unerlässlich – auch für bereits qualifiziertes Personal.

Kooperation mit Schulungsanbietern

  • Bei fortlaufendem Schulungsbedarf können Rahmenvereinbarungen mit Bildungsträgern und Berufsgenossenschaften getroffen werden, um Kosten zu senken und Termine zu vereinfachen.

Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung

  • Weiterbildungen sind ein Instrument der Personalbindung. Unternehmen sollten dies strategisch nutzen, um Kompetenzen aufzubauen und Mitarbeitende langfristig zu halten.